das Zeichen der Pooka

Alex Kraus

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Allgemein

ein Troll

Dies ist die World of Darkness, auch in Deutschland. Die Verhältnisse sind nicht angenehm und erst recht nicht menschenfreundlich. Soviel nur vorweg, damit die Bilder, die man sich zum Text vorstellt nicht zu bunt oder fröhlich sind.

Die Städte sind heruntergekommen, Dreck liegt in den Nebenstraßen. Leerstehende Häuser finden sich in den meisten Vierteln, nur daß sie selten lange wirklich leer stehen. Banden bestimmen das Leben auf der Straße, Großkonzerne das auf der anderen Seite der Fassaden.

Landwirtschaft, das sind Äcker, die sich oft bis zum Horizont erstrecken und ohne reichlich Dünger schon lange nichts mehr abwerfen. Das Vieh wird ebenso „gedüngt“, nur daß der Stoff hier aus der Spritze des Tierarztes kommt.

Wenn jemand es schafft, sich eine Oase in dieser Welt zu schaffen ist sie meist nicht von Dauer.

Ich schreibe hier über einen Jungen namens Alexander. Tatsächlich nannten „ihn“ seine Eltern jedoch Miriam. „Alex“ nannte sie zuerst ihr bisher einziger Freund.

Zuhause

Alex hat von der Düsternis der World of Darkness zum Glück als kleines Kind nicht viel mitbekommen. Er hatte das Glück, in einer Familie auf dem Land aufzuwachsen. Seien Eltern waren Landwirte, so daß er fast ständig mit einem von ihnen zusammen war. Den Kindergarten besuchte er nie.

Seine Großmutter wohnte ebenfalls im Dorf. Wenn sich tatsächlich einmal beide Eltern nicht um ihn kümmern konnten sorgte sie für ihn. Diese Abende waren meist erfüllt mit vielerlei Geschichten. Da waren Märchen und Abenteuer, aber auch alte Geschichten vom Feenvolk die er damals nicht von den Märchen unterscheiden konnte – und vielleicht auch immer noch nicht kann. (Hierdurch: Lore Dot!Dot!)

Woher seine Großmutter diese Geschichten kannte wird er wohl nie erfahren – sie starb als er gerade erst fünf Jahre alt war. Hätte er sie jetzt getroffen hätte er sie gefragt, warum sie immer so traurig wirkte. Sie hätte geantwortet, daß sie wohl etwas verloren hätte. Ihre Tochter hätte daraufhin gesagt, daß sie wohl den Großvater meinte, der im Krieg geblieben war. Die etwas rundliche Konditorsgehilfin, die im Geschäft neben der Dorfschule arbeitete und bei der die Kinder immer etwas zu naschen erhoffen konnten hätte jedoch eine andere Geschichte erzählt, eine Geschichte die mit der wilden Jagd begann und leise, traurig in einem Kombinat endete.

Die Geschichte von Alex' Eltern, die in einem Sommer an der Ostseeküste begonnen hatte und in der er immer eine Hauptrolle innegehabt hatte endete ebenfalls traurig, aber nicht leise. Kaum ein Jahr nach dem Tod seiner Großmutter kamen beide in einem Autounfall ums Leben.

Allein

Das Kinderheim war zunächst die Hölle für Alex. Die Betreuer waren viel zu wenige, nie da wenn ein kleineres Kind Hilfe oder Schutz brauchte; und wenn einer da war sah er oft auch noch weg.

Alex musste am Anfang reichlich Prügel einstecken. Aber wie das so ist lernte er, sich zu wehren. (Hierdurch: Melee Dot!Dot!Dot!). Mit zehn war er so stark, daß er sich nicht mehr vor Kindern fürchtete, die nicht mindestens zwei Jahre älter waren als er. Unter seinen Klassenkameraden wurde er so recht schnell recht beliebt. Nicht nur, daß er ständig zu Streichen oder Scherzen aufgelegt war, er trat auch noch jeden in den Hintern, der sich an einem „seiner“ Kinder vergriff. Unter all dem litten seine Noten jedoch gewaltig, was letztlich wohl der Grund war, weshalb es es nie zum Klassensprechen brachte – nicht, daß ihm an dem Job gelegen war. Das Alphamännchen seiner Klasse war er auch so. Die anderen folgten ihm jedoch nicht nur einfach so. Manchmal musste er sie auch überreden, worin er mit der Zeit ein Geschick entwickelte, das dem mit dem Messer in nichts nachstand. (Subterfuge Dot!Dot!)

Freunde

… hatte er lange Zeit eigentlich nicht. Als kleines Kind wuchs er auf einem Hof auf, weit weg von anderen Kindern. Oh, er hatte damals natürlich Freunde, aber das waren eher Spielkameraden. Und in der Schule? Anhänger vielleicht, aber Freunde?

Das änderte sich erst als Alex zwölf wurde. Unweit des Kinderheims mit angeschlossenem Internat, in dem Alex zu der Zeit wohnte gab es einen Wald, in er sich gerne zurückzog, wenn er seine Ruhe brauchte, etwa wenn es Noten gegeben hatte.

Es war ein warmer Frühsommertag gewesen, als er dort ein Tier traf. Der junge Wolf sah übel mitgenommen aus. Mehrmals war er von Schrot getroffen worden, das Fell war teilweise mit Blut, teilweise vom brackigen Wasser eines nahen Tümpels verklebt. Normalerweise hätte Alex sich von einem wilden Tier ferngehalten, zumal wenn es so offensichtlich verwundet war. Der Wolf sah ihn aber so flehend an, daß Alex seine Angst beiseite schob und das junge Tier kurzentschlossen vor sich in den ausladenden Korb an seinem Rad hob. Wohin? Egal, erst mal weg, denn mittlerweile hörte er die Stimmen und das Gebell der Jagdgesellschaft, die seinen neuen Freund offensichtlich so übel zugerichtet hatte.

Erst einige Kilometer weiter, als fast schon beim Heim angekommen war wurde ihm klar, daß er so nicht nach hause kommen konnte. Er fuhr an einem Bach die Böschung hinab und versteckte sich samt Rad und Wolf unter einer kleinen Brücke. Was nun? Mit dem Wolf konnte er nicht ins Heim, aber zurücklassen konnte er ihn auch nicht. Da kam ihm das Glück zu Hilfe, in Form des kleinen Bruders eines Klassenkameraden. Heinrich war wohl auf dem Heimweg von einem kleinen Weiher, in dem die Kinder im Sommer gerne schwammen. Und er schuldete Alex noch mindestens einen Gefallen, alleine schon wegen des Vorfalls am Klettergerüst eine Woche zuvor.

Keine halbe Stunde später hatte Alex das Verbandszeug, das er wollte in Händen und stieg wieder zurück unter die Brücke. Sein Schock war groß, als er dort statt des Wolfes einen Jungen, etwa in seinem Alter sitzen sah! Der andere Junge war obendrein gerade damit beschäftigt, sich mit einem Taschenmesser kleine Schrotkugeln aus dem Schenkel zu holen. Unter seinem Beißholz zischte er verkniffen Worte hervor, die irgendwie nach „Schaischiler“ klangen.

Etwas später erfuhr Alex auf Nachfrage, daß es wohl „Scheiß Silber“ hatte heißen sollen. Grenzgänger erfuhr, daß er dies eben einem Jungen namens Alex erzählt hatte und gemeinsam erfuhren sie den besseren Teil ihres kurzen Lebens voneinander.

Feinde

Als er später am Abend – viel zu spät, er durfte eigentlich längst nicht mehr unterwegs sein! – zum Heim kam stand ein großer, schwarzer Wagen vor der Haupttür. Ein paar Lehrer sprachen mit einem in Loden gekleideten Mann. In dem Auto konnte man Hunde bellen hören. Als er näher kam sah er auch Heinrich, der ziemlich eingeschüchtert schien. Heinrich sprach auch mit dem Mann und zeigte den Weg hinunter, von wo Alex gerade auf seinem Rad geradelt kam.

Es war wohl erst nur so ein Gefühl, daß Alex zum Umkehren bewegte. Später erzählte ihm Grenzgänger, daß der Mann seit einiger Zeit versuchte ihn zu fangen um irgendwelche grausigen Experimente mit ihm zu machen. Jetzt, wo Alex davon wisse würde der Mann sicher auch ihn jagen. Denn schließlich sei er mindestens genauso interessant wie ein Werwolf.

Er, als Fee.

Grenzgänger hatte den Wolf in Alex gespürt, als er ihn sah und gewusst, daß er ihm trauen kann. Als Fianna kannte er die alten Geschichten. Sie hatten sich viel zu erzählen, während sie per Autostop nach Berlin fuhren, wo der Mann ihre Spuren sicher verlieren würde.

Antworten

Was ist das für ein Halstuch, von dem sich Alex nie trennen würde? Das stammt noch von seiner Großmutter. Es ist sein letztes Erinnerungsstück, das ihn mit ihr verbindet. Im Laufe der Jahre hat es einiges an Blut geschluckt, weil er sich irgendwann angewöhnt hat kleine Schnitte, blutende Nasen, aufgeplatzte Knie und ähnliches damit abzudecken, abzubinden, abzuwischen. Er trägt es stets um den Hals und mittlerweile scheint es, als würde erst das Tuch bluten, dann er. Bevor er selbst ernsthaft was abbekommt ist das Tuch viel roter als normalerweise, wenn es nur ein paar eingetrocknete Flecken hat. Es ist ein Treasure, der an ein Paar „Bracelets“ aus dem Phooka–Supplement angelehnt ist, nur die Form wurde geändert.

Der Leser hat es geahnt, die junge Konditorin ist eine Boggan, die ursprünglich von Alex' Großmutter in die Welt der Feen eingewiesen worden war.

Die Reise nach Berlin begann in der Nähe des deutsch / polnisch / tschechischen Dreiländerecks, wo Alex geboren wurde und aufgewachsen ist.

Alex. Er. Seins. Wie oft steht das in diesem Text? Aber ganz oben steht doch: Geschlecht: weiblich. Ich konnte den Zeitpunkt in ihrem Leben nicht festmachen, aber irgendwann in den letzten acht Jahren hat es sich herausgebildet. Mädchen. Immer nur stecken sie ein, sagen nie was, lassen sich immer nur rumstoßen. Außerdem sind sie langweilig. Mit Jungs kann man Sachen machen, die Spaß machen. Frösche fangen, wie damals auf dem Hof der Eltern. Mit den Hofhunden rangeln. Groschen von der Bahn platt fahren lassen. Eigentlich ist sie doch viel mehr Junge als Mädchen.
Als Grenzgänger sie damals an der Brücke fragte, wie sie heißt wusste sie sofort, was sie antworten würde. Sie brauchte nur eine Sekunde um auf Alex zu kommen – den Nachbarsjungen der drei Jahre älter als sie gewesen war und den sie immer bewundert hatte, weil er eine Zwille hatte und erst um halb mit dem Rad losfahren konnte und trotzdem noch rechtzeitig um dreiviertel in der Schule war.
Grenzgänger hat es natürlich gemerkt – gerochen – als sie das erste mal ihre Tage hatte. Er hat es aber nie erwähnt. Vielleicht ist er sogar heimlich in sie verliebt, was er aber nicht zeigen kann, weil er weiß, daß er ihr damit weh täte. Aber das gehört eigentlich schon wieder zu den Fragen.

Prinzipell würde sich die Paarung jedoch vertragen, denn obwohl Miriam derzeit Alex ist, ist sie nicht auf ihr eigenes Geschlecht scharf. Nicht, daß sie für's andere bisher besonders empfänglich gewesen wäre.

Nein, es gibt keine Papiere, die Alexander Kraus als Alexander Kraus ausweisen. Es gibt irgendwo in Sachsen Papiere für eine Miriam Kraus, aber die liegen bei den Schulakten einer als vermisst gemeldeten, nach der von offizieller Seite wahrscheinlich längst niemand mehr sucht.

Fragen?

Es gab noch eine Menge offener Fragen, ehe ich Alex zum ersten Mal gespielt habe. Durch das Spiel sind diese jedoch beantwortet.

Außen

Sie gibt sich derzeit erdenkliche Mühe, nach einem Jungen auszusehen. Als solcher wirkt sie eher wie dreizehn als vierzehn.

Wenn auf dem Charakterblatt schlicht „viel Haar“ steht bezieht sich das auf die Dichte, nicht die Länge und auch fast nicht auf die Fläche, die es bedeckt. Ihre Augenbrauen sind jedoch zusammengewachsen und für ihr Alter hat sie ziemlich viel Achsel– und Schambehaarung.

Das Haupthaar trägt sie recht kurz, irgendwo zwischen Page und Bürste.

Das Haar, das sie da bedeckt ist trotz ihrer Jugend mit reichlich grauen Strähnen durchzogen. Tatsächlich wirkt es gefärbt, da diese Strähnen ihr natürliches Schwarz bereits etwa zur Hälfte verdrängt haben.

Dazu kommt, daß ihre Eckzähne einen Hauch zu weit vorragen. Nicht so, daß es auffallen oder gar stören würde – aber für den der weis, wonach er sucht ist es ein weiteres Zeichen, das auf Fee oder zumindest Werwolf hindeutet. (Animalistic Features Dot!Dot!) Haarfarbe und Eckzähne haben sich erst nach ihrer Chrysalis herausgebildet.

Alex hat sehr wenig Brust und wird auch nie sehr viel haben. Derzeit ist ihr Brustansatz noch so gering, daß sie auch ein ärmelloses T-Shirt tragen kann, solange die Ausschnitte nicht zu weit sind und sie noch was drüber an hat. Das tut sie angesichts des milden Wetters auch, in schwarz. Daher trägt sie auch meist eine Weste mit vielen kleinen Täschchen, die mit allerlei Krimskrams gefüllt sind. Ihre derzeit einzige Hose ist militärisch gefleckt, allerdings in Grautönen, nicht oliv. Ebenso besagte Weste.

Alex ist nicht übermäßig hübsch, aber auch nicht wirklich hässlich, weder als Junge noch als Mädchen. Derzeit begegnet man eben einem Jungen mit weichen, fast schon etwas femininen Zügen. Irgendwann sieht man vielleicht ein Mädchen, das man in Amerika vom Typ her „Tomboy“ nennen würde. Er / Sie wird aber zumindest bis sie wirklich ausgewachsen ist immer irgendwo dazwischen stehen.

Federstrich
Was er mag:
  • Alex liebt es, auf einen Baum zu klettern, auf dem er noch nie gewesen ist.
  • Er mag es, wenn er den Sonnenuntergang ganz alleine erlebt.
  • Wenn er auf dem Markt ist liebt er es, die Augen zu schließen und sich „von Stand zu Stand zu schnuppern“.
Was sie nicht mag:
  • Sie mag es nicht, wenn sie überrascht wird.
  • Sie kann es nicht leiden, von Fremden angestarrt zu werden - was dank ihrer Haare und des Flaws „Surreal Quality“ häufiger mal passiert.
  • Sie hasst es, wenn sie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht und nicht weiß, was sie tun oder sagen soll, wie bei Tests in der Schule.

Alex