Index | Charaktere | Grenzgänger
Er wurde vor etwa drei Jahren in der Tschechei geboren. Sein Rudel lebte zu der Zeit in der Grenzregion zu Deutschland und Polen. Das Rudel war nicht groß, etwa ein Dutzend Wölfe lebten in den vom sauren Regen ausgedünnten Wäldern.
Daß er Werwolf ist verdankt er einem Zufall, einer Wölfin des Rudels, die bei der Jagd von diesem abgeschnitten wurde.
Erst zwei Jahre später kam sein Vater wieder in die Gegend. Er sah natürlich nach dem Kinfolk, das er von früher kannte. Dabei bemerkte er auch Ihn, erkannte Sein Potential und nahm Ihn mit nach Deutschland um Ihn unter Seinesgleichen großziehen zu können. Noch auf dem Weg zur Grenze durchlief Er seinen "First Change". Als er wieder Wolfsgestalt annahm war er schon auf deutschem Boden, so daß sein Vater ihn seinem neuen Rudel als "Grenzgänger" vorstellte. Das Rudel war etwas kleiner als das seiner Mutter, aber seine Mitglieder waren stark und Wild. Acht Werwölfe lebten in einem Caern in Den Bergen nordwestlich von Dresden. Seit zweihundert Jahren schützten sie ihn gegen die Menschen.
Seit die Mauer gefallen war drangen neue Feinde in ihr Gebiet ein. Die neuen Feinde brachten neue Maschinen und neue Gifte. Es kam wie es kommen musste - das Rudel stellte sich ihnen zum Kampf. Grenzgänger spürte die Falle, in die sie liefen, aber er konnte das Rudel nicht mehr warnen. Nur seine eigene Haut konnte er retten, und das nur knapp. Zwei Wolfshunde riss er, ehe der Fluchtweg frei war, doch sie hielten ihn so lange auf, bis einer der Feinde ihm eine Schrotladung verpassen konnte.
Der Schrot war aus Silber. Verwundet konnte er nicht fliehen, und so wartete er nur darauf, daß sie auch ihn zu töten kommen würden, wenn erst einmal das Rudel ausgemerzt war.
Grenzgänger kauerte im Gebüsch und wartete nur darauf mit aller Macht seiner Crinos-Form einen letzten Kampf zu liefern als Alex vorbei kam. Er erkannte in ihr den Wolf, wenn auch gänzlich anders als im Rudel seines Vaters.
Grenzgänger vertraute ihr und rettete so sein Leben. Er wurde zum Wolf ehe sie ihn fand und nahm dankbar ihre Hilfe an. Sie versorgte seine Wunden und verbarg ihn vor seinen Häschern.
Dann jedoch wurde sie selbst zur gejagten. Gemeinsam flohen sie, egal wohin. Alle Wege führen nach Berlin. Was sollen zwei Wölfe in der größten Stadt des Landes? In der Hoffnung, daß ihre Verfolger auf diese Frage genauso wenig eine Antwort hätten wie sie beschlossen sie sich dort zu verbergen.
Der Weg nach Berlin, den man mit dem Auto an einem Nachmittag bewältigen kann dauerte sie jedoch mehrere Monate, denn sie gingen zu Fuß, machten viele Umwege, verweilten wo es ihnen sicher erschien und mieden die Städte.
In dieser Zeit lernte Alex Garou. Grenzgänger verbesserte sein Deutsch und fand heraus, daß Alex gelogen hatte, als sie sich ihm als Junge vorgestellt hatte. Alex hatte eigentlich sehr häufig gelogen, was Grenzgänger zunächst sehr verwirrte - denn Garou eignet sich zum Lügen ebenso wenig wie ein Garou es tut, geschweige denn ein Galliard. Alex schaffte es aber irgendwie, was Grenzgänger genauso wunderte wie die Tatsache, daß er sie deswegen eigentlich nur noch mehr mochte.
Auch wenn die beiden langsam waren, irgendwann erreichten sie die Stadt doch.
Berlin war größer als sie beide erwartet hatten, vor allem aber war Berlin anders als se erwartet hatten. In dieser Situation kam Grenzgänger jedoch wieder einmal der Zufall zur Hilfe.
In einem Park am Stadtrand wollten Alex und er gerade ihr Nachtlager errichten - ein dichtes Gebüsch versprach Schutz vor Wind und Blicken - als eine Rockerbande ihrer gewahr wurde. Obgleich sie beide nicht die Jugendlichen waren, die sich von der Klavierlehrerin disziplinieren lassen machten sie um diese Rocker lieber einen Bogen. Irgendetwas an ihnen stimmte nicht, und außerdem schienen sie die beiden bemerkt zu haben und ihnen zu folgen, egal wie sie versuchten die Rocker abzuschütteln.
Irgendwann ging Grenzgänger ein Licht auf. Monate der Wanderung hatten seine Erinnerung verschüttet, aber die ihnen folgten waren nicht anderes als Seinesgleichen, neugierig wer da in ihr Territorium eindrang. Grenzgänger wusste, daß seine Freundschaft zu einer Fee, noch dazu zu einer derart verlogenen von seinem Volk nicht gern gesehen wird.
Also trennte er sich von Alex, versprach aber, so oft er dies unauffällig könne sich mit ihr zu treffen. Alex würde zunächst allein versuchen, sich vor den Männern zu verstecken, die sie beide sicherlich noch verfolgten.
Eine Zeit lang ging alles Gut. Er lebte bei seinem neuen Rudel, die ihn gerne aufgenommen hatte nachdem er ihnen die Geschichte seiner einsamen Wanderung erzählt hatte. Alex verschwieg er - wie, das hatte er von ihr selbst gelernt. Fast täglich schlich er sich davon um sie zu besuchen. Er erzählte ihnen, daß er lesen und schreiben lernen würde - was auch stimmte, denn Alex brachte es ihm nach und nach bei - so hatte er stets einen Vorwand, wenn er sie sehen wollte.
Manchmal begegneten sie sich auch zufällig. Einmal in einer Eisdiele, ein andermal in der U-Bahn. Wenn Grenzgängers Rudel dabei war nutzte er die Fähigkeit die Alex "Gedankenverschmelzung" nannte um heimlich Botschaften auszutauschen. Sie verhielten sich dabei fast wie zwei Freunde, die sich in der Schule Zettelchen zustecken - und die Heimlichkeit machte es nur noch spannender. Er hatte manchmal fast den Eindruck, Alex würde ihm auflauern, nur um dann "zufällig" um die Ecke zu biegen oder ihn "versehentlich" anzurempeln und eine Cola über seine Schuhe zu gießen. Jedesmal rutschte Grenzgänger dabei das Herz in die Hose, weil er fürchtete, sein Rudel könnte Verdacht schöpfen. Aber Alex blieb völlig gelassen. "Der Mensch ist nicht des Menschen Wolf, sondern sein Blindenhund. Weil sie sich nie wirklich anschauen. Und die Hunde sind auch nicht besser," sagte sie einmal nur.
Alex versteckte sich damals in den Wäldern und Wiesen hinter den Endstationen der S-Bahnen. Sie hoffte, daß sie in der Nächte der Stadt nicht vermutet würde. Gleichzeitig brauchte sie aber die Natur, um sich vor den Menschen zu verstecken.
In einer Nacht im Sommer passierte, womit keiner der beiden gerechnet hatte. Nicht die Jäger fanden sie, Grenzgänger begegnete der Band "Shabbat".
Wie damals bei Dresden spürte Grenzgänger, daß etwas nicht stimmte, als er aus der S-Bahnstation trat. Vorsichtig schaute er sich um, hielt sich in den Schatten und schlich auf den Spielplatz zu, auf dem er sich mit Alex treffen wollte. Auf dem Weg dorthin vertrat ihm ein Mann den Weg, drahtig gebaut und mit einem gefährlichem Grinsen im Gesicht.
Als Grenzgänger wieder aufwachte war er in einem Keller. In den nächsten Tagen wurde er immer wieder betäubt; wenn er wieder aufwachte fühlte er sich schwach und fand kleine blaue Flecke in seinen Armbeugen oder auf dem Handrücken, die er sich nicht erklären konnte. Die ganze Zeit über wagte er es nicht, die Menschenform zu verlassen, die er als Tarnung trug.
Es dauerte Tage, die rasch zu einer ganzen Woche wurden ehe Hilfe kam. Er war immer schwächer geworden und hatte den Lärm durch seine dicke Zellentüre erst nicht gehört. Dann aber konnte er vor Freude den Change nicht unterdrücken und jaulte und scharrte, damit sie ihn finden würden. Seine Freude erstarb jedoch, als er erfuhr, wer seine Entführer getötet hatte.
Es waren Alex' Leute gewesen, und sie hatten ihresgleichen gerettet. Ihn aber hatten sie zurückgelassen, und als sein Rudel zur Hilfe eilen wollte hatten sie es angegriffen. Einer würde nie mehr am Feuer von diesem Kampf erzählen. Was noch schlimmer war, Alex' Leute schienen verhindern zu wollen, daß er befreit wird, als ob sie hofften in Ruhe gelassen zu werden, wenn die Vampire ihn noch hätten.
Jetzt konnte er seinem Rudel erst recht nichts von Alex erzählen. Ob sie wohl wusste, warum die anderen Feen ihn hatten opfern wollen?
Grenzgänger hat den Merit "True Love". Ja, das ist Alex. Aber er weiß auch, daß er sie verlieren würde, wenn er ihr diese Gefühle gesteht. Vorerst ist er mit dem Status Quo zufrieden. Hey, sie sind beide erst 14 - mehr oder weniger - da reicht einem das Kribbeln im Bauch noch!
Powers
Description: Many Bone Gnawers learn a preternatural resistance to poisons and toxins of all kinds, doubtless due to their diet of refuse and American beer. A trash-spirit teaches this
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